Nervesonographie (IGeL)

Hochauflösender Ultraschall peripherer Nerven

Die Neurosonographie hat sich in den letzten Jahren als feste Größe in der neurologischen Diagnostik peripherer Nervenerkrankungen etabliert. Was früher ausschließlich elektrophysiologisch beurteilt wurde, lässt sich heute zusätzlich direkt sichtbar machen: Nervenverlauf, Einengungen, Schwellungen und strukturelle Veränderungen.

Das ist moderne Diagnostik – aufbauend auf klassischem neurologischem Denken.

Was leistet die Nervesonographie bei Engpasssyndromen?

Bei Engpasssyndromen werden Nerven an anatomischen Engstellen mechanisch bedrängt. Die Neurosonographie ermöglicht:

  • direkte Darstellung des betroffenen Nervs
  • Messung des Nervendurchmessers
  • Erkennung von Verdickungen, Kompressionen oder Lageveränderungen
  • gezielte Verlaufskontrollen

Damit ergänzt sie die klinische Untersuchung und Elektrophysiologie sinnvoll.

Karpaltunnel-Syndrom

Beim Karpaltunnel-Syndrom kommt es zu einer Einengung des Nervus medianus am Handgelenk.

Typische Beschwerden:

  • Kribbeln oder Taubheit der Finger
  • nächtliche Schmerzen
  • Kraftverlust der Hand

Die Neurosonographie zeigt:

  • Verdickung des Nervs vor dem Karpaltunnel
  • Abflachung im Tunnelbereich
  • strukturelle Veränderungen, die die Therapieentscheidung unterstützen

Kubitaltunnel-Syndrom

Das Kubitaltunnel-Syndrom betrifft den Nervus ulnaris am Ellenbogen.

Häufige Symptome:

  • Kribbeln im Klein- und Ringfinger
  • Schwäche der Handmuskulatur
  • Beschwerden bei Beugung des Ellenbogens

Ultraschall ermöglicht:

  • Darstellung des Nervverlaufs
  • Nachweis von Einengungen
  • Erkennung von Subluxationen oder Reizzuständen

Tarsaltunnel-Syndrom

Beim Tarsaltunnel-Syndrom wird der Nervus tibialis im Bereich des Innenknöchels eingeengt.

Mögliche Beschwerden:

  • brennende Schmerzen an Fußsohle oder Ferse
  • Missempfindungen
  • Belastungsabhängige Zunahme

Die Neurosonographie hilft, den Nerv gezielt darzustellen und strukturelle Ursachen sichtbar zu machen.

Wann ist eine Nervesonographie sinnvoll?

Eine Nervesonographie ist besonders hilfreich bei:

  • Verdacht auf Engpasssyndrome
  • unklaren Nervenbeschwerden
  • Diskrepanz zwischen Klinik und Messwerten
  • Operationsvorbereitung
  • Verlaufskontrollen unter konservativer Therapie oder nach operativer Behandlung bei Komplikationen

Ablauf der Untersuchung

hochauflösender Ultraschall mit Gel direkt auf der Haut

gezielte Darstellung des betroffenen Nervs

dynamische Untersuchung bei Bewegung möglich

Dauer meist 10–20 Minuten

sofortige ärztliche Befundung

Die Untersuchung ist schmerzfrei und benötigt keine Vorbereitung.

Aussagekraft – richtig eingesetzt ein klarer Vorteil

Eine Nervensonographie ersetzt nicht die neurologische Untersuchung, sondern ergänzt sie. Seine Stärke liegt in der strukturellen Beurteilung, dort, wo Funktion allein nicht alles erklärt.

Wie immer gilt:
👉 Technik ist wichtig – Erfahrung ist entscheidend.

Terminvereinbarung

Bei Verdacht auf Karpaltunnel-, Kubitaltunnel- oder Tarsaltunnel-Syndrom ist die Neurosonographie ein sinnvoller diagnostischer Schritt.

📞 Terminvereinbarung nach ärztlicher Indikation.
Bewährte Methodik, klare Befunde, vorausschauende Diagnostik – so bleibt Neurologie verlässlich.

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