Was ist eine Elektroneurographie?
Bei der Elektroneurographie wird die Leitfähigkeit eines Nervs gemessen. Dazu wird der Nerv an definierten Stellen leicht elektrisch stimuliert, während Oberflächenelektroden die Antwort des Nervs und des Muskels aufzeichnen. Gemessen werden unter anderem:
- Nervenleitgeschwindigkeit
- Leitungszeit
- Amplitude der Nerven- und Muskelantwort
Diese Werte erlauben eine differenzierte Aussage darüber, ob eine Nervenschädigung vorliegt und ob diese eher die Nervenhülle (Myelin) oder den Nerven selbst betrifft.
Wann ist eine ENG sinnvoll?
Eine ENG-Untersuchung ist insbesondere angezeigt bei:
- Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Brennen
- Muskelschwäche
- Gangunsicherheit
- Verdacht auf Polyneuropathie
- Nervenengpasssyndromen (z. B. Karpaltunnelsyndrom)
- Nervenverletzungen oder -entzündungen
Gerade bei unklaren Beschwerden liefert die Elektroneurographie oft entscheidende objektive Befunde.
ENG und EMG – was ist der Unterschied?
Die Elektroneurographie (ENG) untersucht die Funktion der Nerven, während die Nadel-Elektromyographie (EMG) die Funktion der Muskulatur beurteilt. In der neurologischen Diagnostik werden beide Verfahren häufig kombiniert, da sie sich sinnvoll ergänzen.
Viele Patienten suchen gezielt nach Begriffen wie EMG Untersuchung, EMG Messung oder EMG Test. In der Praxis zeigt sich jedoch: Erst die korrekte Zuordnung von ENG und EMG ermöglicht eine präzise neurologische Diagnostik – insbesondere bei Beschwerden an Armen oder Beinen.
Wie läuft die Elektroneurographie ab?
Die Untersuchung erfolgt ambulant und dauert in der Regel 3–10 Minuten. Sie sind dabei wach und ansprechbar. Die elektrischen Reize sind kurz und gut dosierbar. Die meisten Patienten empfinden sie als leicht unangenehm, aber gut tolerierbar. Eine Betäubung ist nicht erforderlich und möglich.
Ist die Untersuchung sicher?
Ja. Die Elektroneurographie ist ein sicheres, standardisiertes Verfahren ohne bleibende Nebenwirkungen. Sie wird seit vielen Jahren in der neurologischen Routine eingesetzt und ist wissenschaftlich gut etabliert. Auch bei Herzkranken oder Herzschrittmacherpatienten ist die Untersuchung problemlos durchführbar.
Ihr Vorteil in unserer Praxis
Wir führen ENG-Untersuchungen regelmäßig durch und orientieren uns an klassischen neurophysiologischen Standards, wie sie sich seit Jahren bewährt haben. Die Ergebnisse werden verständlich erklärt und stets im klinischen Zusammenhang beurteilt. Technik allein ersetzt keine Erfahrung – beides gehört zusammen.
Bei anhaltenden Missempfindungen, Muskelschwäche oder unklaren neurologischen Beschwerden ist eine frühzeitige Abklärung sinnvoll. Gerne beraten wir Sie, ob eine Elektroneurographie (ENG) in Ihrem Fall angezeigt ist.