Optikussonographie (Sehnerv)

Ultraschallbasierte Abschätzung des Hirndrucks

Die Optikussonographie ist ein bewährtes neurologisches Ultraschallverfahren zur indirekten Beurteilung des Hirndrucks. Sie nutzt eine anatomische Besonderheit, die seit Langem bekannt ist: Der Sehnerv steht über seine Hüllen in direkter Verbindung zum Liquorraum. Steigt der Hirndruck, erweitert sich die Sehnervscheide – messbar, objektiv und ohne invasive Maßnahmen.

Was ist eine Optikussonographie?

Bei der Optikussonographie handelt es sich um einen Ultraschall des Augennervs. Gemessen wird der Durchmesser der Sehnervscheide wenige Millimeter hinter dem Augapfel.

👉 Ein vergrößerter Durchmesser kann auf einen erhöhten intrakraniellen Druck hinweisen.

Die Untersuchung ersetzt keine Liquordruckmessung, liefert aber eine wertvolle, sofort verfügbare Zusatzinformation.

Wann ist der Ultraschall des Augennervs sinnvoll?

Die Optikussonographie wird unter anderem eingesetzt bei:

  • Verdacht auf erhöhten Hirndruck
  • therapieresistenten oder neuartigen Kopfschmerzen
  • Sehstörungen unklarer Ursache
  • Verdacht auf idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH)
  • Verlaufskontrollen bei bekannter Druckproblematik

Gerade bei der idiopathischen intrakraniellen Hypertension hat sich der Ultraschall des Augennervs als ergänzende Verlaufsdiagnostik etabliert.

Idiopathische intrakranielle Hypertension (IIH)

Bei der idiopathischen intrakraniellen Hypertension kommt es zu einem erhöhten Hirndruck ohne raumfordernde Ursache. Typisch sind:

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • pulssynchrones Ohrgeräusch
  • Druckgefühl hinter den Augen

Die Optikussonographie kann hier frühzeitig Hinweise liefern und den Verlauf unter Therapie objektiv begleiten.

Ablauf der Untersuchung

Die Untersuchung ist schmerzfrei, nicht invasiv und erfordert keine Vorbereitung.

Untersuchung in Rückenlage

Ultraschallsonde auf dem geschlossenen Augenlid

kurze Messung der Sehnerven

Dauer meist 5–10 Minuten

Aussagekraft und Grenzen

Die Optikussonographie ist eine Screening- und Verlaufsuntersuchung, kein Ersatz für MRT, augenärztliche Funduskopie oder Liquordruckmessung. Ihre Stärke liegt in der schnellen, wiederholbaren Beurteilung – insbesondere im klinischen Kontext.

Wie immer gilt:
👉 Die Messung ist nur so gut wie ihre Interpretation. Erfahrung entscheidet.

Terminvereinbarung

Bei Verdacht auf Hirndruck, unklaren Kopfschmerzen oder zur Verlaufskontrolle bei idiopathischer intrakranieller Hypertension ist die Optikussonographie ein sinnvoller diagnostischer Baustein.

📞 Terminvereinbarung nach ärztlicher Einschätzung.
Bewährte Methode, klare Indikation, nüchterne Bewertung – so bleibt Diagnostik verlässlich.

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