CERAD-Plus – neuropsychologische Testung bei Gedächtnisstörungen und kognitiven Defiziten

Zunehmende Vergesslichkeit, Konzentrationsprobleme oder Schwierigkeiten bei Orientierung und Sprache können auf eine kognitive Veränderung hinweisen. Der CERAD-Plus-Test ermöglicht eine standardisierte und differenzierte Untersuchung verschiedener geistiger Leistungsbereiche.

Die etwa einstündige Testung liefert ein individuelles kognitives Leistungsprofil und kann ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Demenzdiagnostik sein.

CERAD-Plus – neuropsychologische Testung bei Gedächtnisstörungen und kognitiven Defiziten

Der CERAD-Plus-Test ist ein etabliertes neuropsychologisches Testverfahren zur differenzierten Untersuchung von kognitiven Defiziten, Gedächtnisstörungen und möglichen frühen Hinweisen auf eine Demenz. Er kann im Rahmen einer neurologischen Demenzdiagnostik eingesetzt werden, wenn Patientinnen und Patienten selbst eine nachlassende geistige Leistungsfähigkeit bemerken oder Angehörige Veränderungen von Gedächtnis, Orientierung, Sprache oder Aufmerksamkeit beobachten.

In unserer neurologischen Praxis in Dachau bieten wir die CERAD-Plus-Testung bei kognitiven Defiziten als ergänzende diagnostische Untersuchung an. Die Untersuchung dauert in der Regel etwa eine Stunde. Anschließend erfolgt die ärztliche Auswertung und Besprechung der Befunde.

Was ist CERAD-Plus?

CERAD steht für „Consortium to Establish a Registry for Alzheimer's Disease“. Die CERAD-Testbatterie wurde zur standardisierten Untersuchung verschiedener geistiger Leistungsbereiche entwickelt. Die erweiterte Version CERAD-Plus ergänzt die klassische Testbatterie um zusätzliche Aufgaben und ermöglicht dadurch eine umfassendere neuropsychologische Demenzdiagnostik.

Untersucht werden unter anderem:

  • verbales und visuelles Gedächtnis
  • Lernfähigkeit und verzögerter Abruf
  • Aufmerksamkeit und Konzentration
  • sprachliche Fähigkeiten und Wortflüssigkeit
  • Benennen von Gegenständen
  • Orientierung
  • visuell-räumliche Leistungen
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit
  • exekutive Funktionen wie geistige Flexibilität und Aufgabenwechsel

Das Ergebnis liefert ein differenziertes Leistungsprofil. Dadurch können einzelne kognitive Funktionsbereiche wesentlich genauer beurteilt werden als mit kurzen orientierenden Screeningtests allein.

Wann ist eine CERAD-Plus-Testung sinnvoll?

Eine neuropsychologische Testung kann sinnvoll sein, wenn der Verdacht auf eine beginnende Gedächtnis- oder Denkstörung besteht.

Typische Gründe für eine Untersuchung sind beispielsweise zunehmende Vergesslichkeit, Schwierigkeiten beim Finden von Wörtern, Probleme mit Konzentration oder Orientierung oder eine im Alltag auffällige Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit.

Auch bei bereits diagnostizierten kognitiven Defiziten kann der CERAD-Plus-Test helfen, deren Ausprägung genauer einzuschätzen und Veränderungen im Verlauf objektiv zu dokumentieren.

Die Testung allein stellt jedoch keine Demenzdiagnose. Die Ergebnisse werden immer gemeinsam mit der neurologischen Untersuchung, der Krankengeschichte und gegebenenfalls weiteren diagnostischen Verfahren beurteilt.

CERAD-Plus zur Einschätzung des Demenzrisikos

Eine häufige Fragestellung ist die Einschätzung des Demenzrisikos bei subjektiven oder objektivierbaren Gedächtnisstörungen.

Die CERAD-Plus-Testung kann Hinweise darauf geben, ob die gemessene kognitive Leistungsfähigkeit altersentsprechend ist oder ob sich Auffälligkeiten in bestimmten Bereichen zeigen.

Dabei wird insbesondere betrachtet, welche kognitiven Funktionen betroffen sind und wie ausgeprägt die Abweichungen gegenüber entsprechenden Vergleichswerten sind.

Eine auffällige Testung bedeutet nicht automatisch, dass eine Alzheimer-Demenz oder eine andere Demenzerkrankung vorliegt. Auch Schlafstörungen, depressive Erkrankungen, Medikamente, Stoffwechselstörungen oder andere neurologische und internistische Erkrankungen können die kognitive Leistungsfähigkeit beeinflussen.

Deshalb erfolgt die Interpretation immer im medizinischen Gesamtkontext.

CERAD-Plus vor oder nach einer Lumbalpunktion mit Demenzmarkern

Bei bestimmten Fragestellungen kann die CERAD-Plus-Testung vor oder nach einer Lumbalpunktion mit Demenzmarkern durchgeführt werden.

Bei einer Lumbalpunktion können im Nervenwasser bestimmte Biomarker untersucht werden, die bei der diagnostischen Einordnung einer möglichen Alzheimer-Erkrankung hilfreich sein können. Die neuropsychologische Testung und die Biomarkerdiagnostik beantworten dabei unterschiedliche Fragen und können sich gegenseitig ergänzen.

Während die Untersuchung der Demenzmarker Hinweise auf zugrundeliegende biologische Veränderungen geben kann, zeigt die neuropsychologische Untersuchung, ob und in welchen Bereichen bereits messbare Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit bestehen.

Welche Untersuchungen im Einzelfall sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge sie durchgeführt werden sollten, wird im ärztlichen Gespräch festgelegt.

Wie läuft die CERAD-Plus-Testung ab?

Vor der Untersuchung erfolgt zunächst eine ärztliche Einschätzung der Beschwerden und der medizinischen Fragestellung.

Die eigentliche CERAD-Plus-Testung dauert etwa eine Stunde. Sie wird in unserer Praxis nach einem standardisierten Untersuchungsablauf durchgeführt.

Während der Testung werden verschiedene Aufgaben zu Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit und anderen kognitiven Fähigkeiten bearbeitet.

Eine besondere Vorbereitung ist normalerweise nicht erforderlich. Falls eine Brille oder ein Hörgerät benötigt wird, sollte dieses zur Untersuchung mitgebracht werden.

Nach Abschluss der Testung werden die Ergebnisse ausgewertet und anschließend ärztlich interpretiert.

Ärztliche Auswertung und Besprechung der Befunde

Entscheidend ist nicht allein die erreichte Punktzahl eines einzelnen Tests. Vielmehr wird das gesamte neuropsychologische Leistungsprofil betrachtet.

Die Ergebnisse werden unter Berücksichtigung unter anderem von Alter und individuellen Voraussetzungen sowie der medizinischen Vorgeschichte eingeordnet.

Anschließend erfolgt eine ärztliche Auswertung und Besprechung der Befunde. Dabei wird erläutert, ob die Testergebnisse insgesamt altersentsprechend erscheinen oder ob sich Hinweise auf relevante kognitive Defizite ergeben.

Falls erforderlich, können weitere Untersuchungen empfohlen werden, beispielsweise eine MRT-Untersuchung des Gehirns, Laboruntersuchungen oder eine weiterführende Biomarkerdiagnostik mittels Lumbalpunktion.

Welche Vorteile bietet eine ausführliche neuropsychologische Testung?

Kurze Gedächtnistests können erste Hinweise auf eine mögliche kognitive Störung geben. Bei komplexeren Fragestellungen reicht ein einfaches Screening jedoch häufig nicht aus.

Der CERAD-Plus-Test ermöglicht eine detailliertere Beurteilung verschiedener geistiger Leistungsbereiche und kann dadurch insbesondere bei frühen oder noch leichten Beschwerden hilfreich sein.

Darüber hinaus eignet sich eine standardisierte Testung auch zur Verlaufsbeobachtung. Bei einer späteren Wiederholung können Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit objektiver beurteilt werden.

CERAD-Plus in unserer neurologischen Praxis in Dachau

Wenn bei Ihnen oder einem Angehörigen eine Gedächtnisstörung, zunehmende Vergesslichkeit oder andere kognitive Defizite aufgefallen sind, können wir im Rahmen einer neurologischen Untersuchung prüfen, welche weitere Diagnostik sinnvoll ist.

Die CERAD-Plus-Testung kann dabei ein wichtiger Bestandteil einer strukturierten Demenzdiagnostik sein.

Die Durchführung erfolgt standardisiert. Die Ergebnisse werden anschließend ärztlich ausgewertet und im persönlichen Gespräch mit Ihnen besprochen.

Häufige Fragen zur CERAD-Plus-Testung

Für die vollständige Untersuchung sollte ungefähr eine Stunde eingeplant werden.

Nein. Die Testung ist ein wichtiger Bestandteil der Demenzdiagnostik, stellt aber für sich allein keine endgültige Diagnose dar. Die Ergebnisse müssen zusammen mit Krankengeschichte, neurologischer Untersuchung und gegebenenfalls weiteren Untersuchungen bewertet werden.

Die ausführliche Testbatterie kann auch diskrete Auffälligkeiten in unterschiedlichen kognitiven Leistungsbereichen erfassen und ist deshalb insbesondere bei Verdacht auf leichte kognitive Einschränkungen hilfreich.

Das hängt von der individuellen Fragestellung ab. Häufig ergänzen sich eine neuropsychologische Untersuchung und die Bestimmung von Demenzmarkern im Nervenwasser. Welche Untersuchung zuerst durchgeführt wird, entscheidet sich anhand des jeweiligen Befundes.

Nach der Auswertung werden die Ergebnisse ärztlich mit Ihnen besprochen. Falls sich relevante Auffälligkeiten zeigen, kann das weitere diagnostische Vorgehen gemeinsam festgelegt werden.

Termin zur Abklärung von Gedächtnisstörungen

Bei zunehmender Vergesslichkeit oder anderen Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit ist eine frühzeitige neurologische Abklärung sinnvoll.

In unserer neurologischen Praxis in Dachau können wir gemeinsam beurteilen, ob eine CERAD-Plus-Testung, eine weiterführende Bildgebung oder eine zusätzliche Demenzdiagnostik erforderlich ist.

Termine können Sie bequem über Doctolib oder unsere Webseite buchen.

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