Parenterale – intravenöse und intramuskuläre Therapie
Unter einer parenteralen Therapie versteht man die Verabreichung von Medikamenten oder ausgewählten Wirkstoffen unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes. Abhängig von der medizinischen Indikation kann die Behandlung intravenös über eine Infusion oder intramuskulär als Injektion erfolgen.
In unserer neurologischen Praxis in Dachau bieten wir nach individueller ärztlicher Prüfung verschiedene Formen der parenteralen Therapie an. Dazu gehören insbesondere die intravenöse Eiseninfusion, eine intravenöse Vitamin-Therapie mit Vitamin B1, B6 und B12 sowie die intramuskuläre Gabe von Vitamin D bei entsprechender medizinischer Indikation.
Entscheidend ist für uns nicht eine pauschale „Aufbauinfusion“, sondern eine gezielte Behandlung auf Grundlage der Beschwerden, der bisherigen Krankengeschichte und – soweit erforderlich – entsprechender Laborwerte.
Intravenöse Eiseninfusion
Eine Eiseninfusion intravenös kann bei nachgewiesenem Eisenmangel sinnvoll sein, wenn eine Behandlung mit Eisentabletten nicht ausreichend wirksam ist, nicht vertragen wird oder eine intravenöse Auffüllung der Eisenspeicher medizinisch sinnvoll erscheint.
Ein Eisenmangel kann unter anderem mit Müdigkeit, reduzierter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit sowie Konzentrationsproblemen verbunden sein. Auch beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) kann der Eisenstoffwechsel eine wichtige Rolle spielen.
Vor einer Eiseninfusion werden deshalb die Indikation, vorhandene Laborwerte und mögliche Gegenanzeigen ärztlich geprüft. Welches Eisenpräparat und welche Dosierung geeignet sind, wird individuell festgelegt.
Je nach Ausgangsbefund kann eine einzelne Infusion ausreichend sein. Bei ausgeprägtem Eisenmangel können auch mehrere Behandlungen notwendig werden.
Vitamin-Therapie mit Vitamin B1, B6 und B12 intravenös
Die Vitamine B1, B6 und B12 sind für zahlreiche Funktionen des Nervensystems von Bedeutung. Bei einem nachgewiesenen oder klinisch relevanten Mangel kann eine gezielte Vitaminsubstitution erforderlich sein.
In ausgewählten Fällen kann eine intravenöse Vitamin-Therapie mit Vitamin B1, B6 und B12 angeboten werden. Die parenterale Gabe ermöglicht eine Verabreichung unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes.
Vor der Behandlung erfolgt eine ärztliche Prüfung, ob eine entsprechende Vitamintherapie im individuellen Fall sinnvoll ist. Eine langfristige oder hochdosierte Vitamin-B6-Therapie sollte insbesondere nicht unkritisch durchgeführt werden, da eine übermäßige Zufuhr selbst neurologische Beschwerden verursachen kann. Die Therapie wird deshalb individuell dosiert und medizinisch begleitet.
Vitamin D intramuskulär
Bei einem ausgeprägten Vitamin-D-Mangel kann in ausgewählten Situationen neben einer oralen Behandlung auch eine intramuskuläre Vitamin-D-Therapie infrage kommen.
Hierbei wird das Vitamin-D-Präparat direkt in den Muskel injiziert. Ob eine intramuskuläre Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Ausgangswert, der bisherigen Therapie, Begleiterkrankungen und möglichen Kontraindikationen ab.
Auch bei Vitamin D gilt: Ziel ist nicht ein möglichst hoher Vitaminspiegel, sondern die medizinisch sinnvolle Korrektur eines bestehenden Mangels.
Wie läuft eine parenterale Therapie ab?
Vor der Behandlung erfolgt zunächst eine ärztliche Prüfung der Indikation und möglicher Gegenanzeigen. Bei intravenösen Therapien wird anschließend ein venöser Zugang gelegt und das ausgewählte Präparat entsprechend der vorgesehenen Dosierung verabreicht.
Die Dauer hängt vom verwendeten Medikament beziehungsweise Präparat ab. Eine Eiseninfusion dauert beispielsweise häufig etwa 15 bis 30 Minuten, zuzüglich Vorbereitung und gegebenenfalls Nachbeobachtung.
Intramuskuläre Behandlungen wie die Vitamin-D-Injektion können in der Regel deutlich schneller durchgeführt werden.
Monitorüberwachung bei der intravenösen Therapie
Ein besonderer Schwerpunkt unserer Praxis liegt auf der sicheren Durchführung intravenöser Behandlungen.
Insbesondere bei der ersten und zweiten Gabe eines intravenös verabreichten Präparates erfolgt die Behandlung in der Regel unter Monitorüberwachung.
Dabei können je nach Therapie und individueller Situation unter anderem
- EKG,
- Blutdruck und
- Sauerstoffsättigung
überwacht werden.
Ziel ist es, Kreislaufveränderungen oder eine selten auftretende allergische beziehungsweise Überempfindlichkeitsreaktion möglichst frühzeitig zu erkennen und entsprechend reagieren zu können.
Für akute Reaktionen stehen in unserer Praxis entsprechende medizinische Maßnahmen und Notfallmedikamente zur Verfügung. Bei der Eiseninfusion gehören hierzu beispielsweise Adrenalin sowie Kochsalzinfusionen.
Welche Vorteile hat eine parenterale Behandlung?
Die intravenöse oder intramuskuläre Therapie kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn eine orale Behandlung nicht ausreichend wirksam ist, nicht vertragen wird oder eine zuverlässige parenterale Gabe medizinisch bevorzugt wird.
Die Entscheidung für eine solche Behandlung sollte jedoch immer individuell erfolgen. Nicht jeder niedrige Laborwert erfordert automatisch eine Infusion oder Injektion.
Wir legen deshalb Wert auf eine gezielte medizinische Indikationsstellung und eine an den jeweiligen Patienten angepasste Therapie.
Ist eine intravenöse oder intramuskuläre Therapie gefährlich?
Parenterale Behandlungen werden bei korrekter Indikation und Durchführung in der Regel gut vertragen. Dennoch können – abhängig vom verwendeten Präparat – Nebenwirkungen auftreten.
Bei intravenösen Behandlungen können beispielsweise Kreislaufreaktionen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder lokale Beschwerden an der Infusionsstelle auftreten. Selten sind stärkere Überempfindlichkeitsreaktionen möglich.
Auch intramuskuläre Injektionen können vorübergehend Schmerzen, Druckgefühl oder lokale Reaktionen im Bereich der Einstichstelle verursachen.
Durch eine ärztlich kontrollierte Durchführung und die gegebenenfalls eingesetzte Monitorüberwachung möchten wir mögliche Reaktionen frühzeitig erkennen.
Kosten der parenteralen Therapie
Die Behandlung kann bei gesetzlich versicherten Patienten – abhängig von Indikation und Therapie – als Selbstzahlerleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erfolgen.
Die aktuellen Behandlungskosten finden Sie in unserer Übersicht unter IGeL-Leistungen.
Abhängig vom verwendeten Präparat können zusätzliche Medikamentenkosten entstehen. Bei bestimmten Behandlungen kann das benötigte Präparat vorab auf Rezept verordnet und vom Patienten zur Behandlung mitgebracht werden.
Die Einzelheiten werden vor Beginn der Therapie besprochen.
Termin für eine intravenöse oder intramuskuläre Therapie in Dachau
Wenn bei Ihnen ein nachgewiesener Eisen-, Vitamin-B- oder Vitamin-D-Mangel besteht oder bereits eine entsprechende Therapie empfohlen wurde, können wir prüfen, ob eine intravenöse oder intramuskuläre Behandlung in unserer Praxis sinnvoll durchgeführt werden kann.
Termine können Sie über Doctolib oder über unsere Webseite buchen.