PFO-Diagnostik mittels transkranieller Dopplersonographie (TCD) und Bubble-Test
Ein persistierendes Foramen ovale (PFO) ist eine häufige anatomische Variante des Herzens. Bei einem Teil der Menschen kann darüber ein sogenannter Rechts-Links-Shunt bestehen. Dabei kann Blut unter bestimmten Bedingungen vom rechten in den linken Herzabschnitt übertreten.
Insbesondere nach einem Schlaganfall unter 60 Jahren, bei dem trotz ausführlicher Diagnostik keine eindeutige Ursache gefunden wurde, kann die Abklärung eines möglichen PFO sinnvoll sein.
In unserer neurologischen Praxis in Dachau bieten wir den indirekten Nachweis eines kardialen Rechts-Links-Shunts mittels kontrastverstärkter transkranieller Dopplersonographie (TCD) und Bubble-Test an. Die Untersuchung ist unkompliziert, schmerzarm, ohne Strahlenbelastung und kann direkt vor Ort durchgeführt werden.
Was ist ein persistierendes Foramen ovale?
Das Foramen ovale ist während der fetalen Entwicklung eine normale Verbindung zwischen dem rechten und linken Vorhof des Herzens. Nach der Geburt verschließt sich diese Verbindung normalerweise.
Bei einem Teil der Bevölkerung bleibt jedoch eine kleine Verbindung bestehen. Man spricht dann von einem persistierenden Foramen ovale, kurz PFO.
Ein PFO verursacht meist keine Beschwerden und bleibt häufig lebenslang unbemerkt. In bestimmten Situationen kann es jedoch medizinisch relevant sein, insbesondere wenn ein Rechts-Links-Shunt besteht und ein Schlaganfall ohne andere erkennbare Ursache aufgetreten ist.
Wann ist eine PFO-Diagnostik sinnvoll?
Eine Untersuchung auf einen möglichen Rechts-Links-Shunt kann insbesondere sinnvoll sein bei:
- einem Schlaganfall oder einer TIA ohne eindeutig nachweisbare Ursache
- einem Schlaganfall bei Patientinnen und Patienten unter 60 Jahren
- Verdacht auf eine paradoxe Embolie
- unklaren embolischen Hirninfarkten
Ob eine PFO-Diagnostik im individuellen Fall sinnvoll ist, wird im ärztlichen Gespräch anhand der Vorgeschichte und der bisherigen Untersuchungsbefunde beurteilt.
Wie funktioniert die PFO-Diagnostik mittels TCD und Bubble-Test?
Bei der Untersuchung wird zunächst mittels transkranieller Dopplersonographie der Blutfluss in einer Hirnarterie gemessen.
Anschließend wird über eine venöse Kanüle eine Kontrastlösung injiziert. Diese besteht üblicherweise aus Kochsalzlösung und Eigenblut, die unmittelbar vor der Injektion mit einer kleinen Menge Luft vermischt wird. Dadurch entstehen feine Mikrobläschen.
Normalerweise werden diese Mikrobläschen in der Lunge herausgefiltert und gelangen nicht in den arteriellen Kreislauf.
Besteht jedoch ein kardialer Rechts-Links-Shunt, können Mikrobläschen in den arteriellen Kreislauf übertreten und kurze Zeit später mittels Dopplersonographie in den Hirngefäßen nachgewiesen werden.
Zur Verbesserung der Aussagekraft wird die Untersuchung häufig zusätzlich unter einem Valsalva-Manöver durchgeführt. Dabei erhöht die Patientin oder der Patient für kurze Zeit den Druck im Brustkorb, wodurch ein vorhandener Rechts-Links-Shunt besser sichtbar werden kann.
Was zeigt der Bubble-Test?
Der Bubble-Test ermöglicht den indirekten Nachweis eines kardialen Rechts-Links-Shunts.
Ein positiver Befund bedeutet, dass Mikrobläschen aus dem venösen in den arteriellen Kreislauf übergetreten sind. Dies kann insbesondere auf ein persistierendes Foramen ovale hinweisen.
Die Untersuchung zeigt jedoch nicht direkt die anatomische Struktur des Herzens. Sie kann daher einen Rechts-Links-Shunt sehr zuverlässig erfassen, aber nicht sicher bestimmen, wo sich dieser anatomisch befindet.
Wie zuverlässig ist die transkranielle Dopplersonographie?
Die kontrastverstärkte transkranielle Dopplersonographie ist ein etabliertes und sehr empfindliches Verfahren zum Nachweis eines Rechts-Links-Shunts.
Für die reine Frage, ob ein relevanter Rechts-Links-Shunt vorliegt, kann die Untersuchung diagnostisch eine mit der transösophagealen Echokardiographie vergleichbare Aussagekraft erreichen.
Ein wichtiger Unterschied besteht jedoch darin, dass bei der TCD das Herz selbst nicht dargestellt wird. Dafür ist die Untersuchung deutlich angenehmer und unkomplizierter als eine transösophageale Echokardiographie (TEE).
Wird ein relevanter Rechts-Links-Shunt nachgewiesen, ist daher zur anatomischen Bestätigung und weiteren Beurteilung in der Regel eine kardiologische Untersuchung erforderlich. Hierzu gehört häufig eine transösophageale Echokardiographie.
Die TEE kann anschließend zeigen, ob tatsächlich ein PFO vorliegt und welche anatomischen Eigenschaften dieses besitzt.
Vorteile der PFO-Diagnostik mittels TCD und Bubble-Test
Die Untersuchung bietet mehrere praktische Vorteile:
- unkomplizierte Durchführung in der neurologischen Praxis
- keine Strahlenbelastung
- keine Sedierung erforderlich
- keine Einführung einer Ultraschallsonde in die Speiseröhre
- in der Regel sehr gut verträglich
- ungefährlich
- sehr empfindlicher Nachweis eines Rechts-Links-Shunts
- Untersuchung direkt vor Ort möglich
Damit eignet sich die TCD mit Bubble-Test besonders gut als wenig belastende Untersuchung zur ersten Abklärung eines möglichen Rechts-Links-Shunts.
Ist die Untersuchung schmerzhaft oder gefährlich?
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzlos und sehr gut verträglich.
Lediglich für die Injektion der Kontrastlösung wird eine kleine venöse Kanüle benötigt, vergleichbar mit einer Blutentnahme.
Die verwendeten Mikrobläschen bestehen aus kleinsten Luftblasen in Kochsalzlösung mit Eigenblut und werden nur in sehr geringer Menge verabreicht.
Die Untersuchung kommt ohne Röntgenstrahlung und ohne jodhaltiges Kontrastmittel aus.
Wie bei jeder medizinischen Untersuchung können theoretisch Nebenwirkungen auftreten. Insgesamt handelt es sich jedoch um ein etabliertes und sehr unkompliziertes diagnostisches Verfahren.
Was passiert bei einem positiven Bubble-Test?
Wenn während der Untersuchung Mikrobläschen im arteriellen Kreislauf nachgewiesen werden, spricht dies für das Vorliegen eines Rechts-Links-Shunts.
In diesem Fall kann eine weitere kardiologische Abklärung sinnvoll beziehungsweise erforderlich sein.
Dabei wird üblicherweise mittels Echokardiographie untersucht, ob ein PFO oder eine andere kardiale Ursache für den Shunt vorliegt.
Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit einem Schlaganfall ohne andere erkennbare Ursache muss anschließend gemeinsam mit der Neurologie und Kardiologie beurteilt werden, welche Bedeutung der Befund hat.
Ein nachgewiesenes PFO bedeutet nicht automatisch, dass dieses für einen Schlaganfall verantwortlich war oder dass ein interventioneller Verschluss erforderlich ist.
PFO und Schlaganfall unter 60 Jahren
Bei jüngeren Patientinnen und Patienten mit einem sogenannten kryptogenen Schlaganfall spielt das PFO eine besondere Rolle.
Als kryptogen wird ein Schlaganfall bezeichnet, wenn trotz umfassender Diagnostik keine eindeutige Ursache festgestellt werden kann.
In dieser Situation kann ein vorhandener Rechts-Links-Shunt theoretisch ermöglichen, dass ein venöses Blutgerinnsel den Lungenkreislauf umgeht und in den arteriellen Kreislauf gelangt. Man spricht von einer paradoxen Embolie.
Aus diesem Grund gehört die Abklärung eines möglichen PFO insbesondere bei ausgewählten Patientinnen und Patienten unter 60 Jahren zu den möglichen Bestandteilen einer erweiterten Schlaganfalldiagnostik.
Die Bedeutung eines nachgewiesenen PFO muss jedoch immer gemeinsam mit weiteren Faktoren bewertet werden, beispielsweise Alter, Schlaganfallmuster, Gefäßbefunde, Herzrhythmusdiagnostik und individuellen Risikofaktoren.
Häufige Fragen zur PFO-Diagnostik
Nein. Die TCD mit Bubble-Test weist indirekt nach, ob ein Rechts-Links-Shunt besteht. Das PFO selbst wird dabei nicht bildlich dargestellt.
Für den Nachweis eines Rechts-Links-Shunts ist die kontrastverstärkte transkranielle Dopplersonographie ein sehr empfindliches Verfahren und kann eine vergleichbare diagnostische Aussagekraft erreichen. Die TEE hat jedoch den Vorteil, dass sie das Herz und ein mögliches PFO direkt anatomisch darstellen kann.
In der Regel ja, wenn der Befund klinisch relevant ist. Die TEE dient dazu, den vermuteten kardialen Shunt anatomisch zu bestätigen und genauer zu beurteilen. Bei negativem Befund ist keine TEE zum Ausschluss eines PFOs notwendig.
Die Untersuchung gilt insgesamt als sehr sicher und wenig belastend. Sie kommt ohne Strahlenbelastung und ohne Sedierung aus.
Bei einem Schlaganfall ohne eindeutig erkennbare Ursache kann die Untersuchung auf einen Rechts-Links-Shunt insbesondere bei jüngeren Patientinnen und Patienten ein sinnvoller Bestandteil der erweiterten Ursachenabklärung sein.
Termine können Sie bequem über Doctolib oder unsere Webseite buchen.
PFO-Diagnostik in unserer neurologischen Praxis in Dachau
In unserer Praxis kann der Bubble-Test mit kontrastverstärkter transkranieller Dopplersonographie direkt vor Ort durchgeführt werden.
Die Untersuchung ermöglicht einen unkomplizierten und wenig belastenden Nachweis beziehungsweise Ausschluss eines relevanten Rechts-Links-Shunts.
Bei einem positiven Befund besprechen wir mit Ihnen die Ergebnisse und das weitere diagnostische Vorgehen. Falls erforderlich, empfehlen wir eine ergänzende kardiologische Untersuchung, insbesondere eine TEE zur anatomischen Bestätigung eines möglichen PFO.